Wann sollte der DJ auf der Hochzeitsfeier anfangen? Ein Praxis-Vergleich
Ein Thema, das offensichtlich nie an Aktualität verliert: Jeden Monat haben wir wieder Anfragen von Gastgebern, bei denen der DJ erst später anfangen soll. Doch kaum jemand macht sich Gedanken darüber, was es für die gesamte Dynamik bedeutet, wenn der Discjockey auf der Hochzeit erst nach dem Essen auftauchen soll.
Szenario 1: Wenn der DJ erst später kommt...
Spielen wir einfach mal durch, wie ein typischer Abend verläuft, wenn der DJ erst erscheint, wenn die Gäste bereits im Saal sind:
Es beginnt oft schon beim Parken. Wir als Profi-DJs kommen meist mit einem Anhänger am Fahrzeug. Wenn bereits 120 Gäste mit ihren Autos da sind, können wir oft nur noch weit entfernt vom Gebäude parken und auspacken. Das bedeutet weite Transportwege. Ein bisschen Sport am Abend ist zwar nett, aber wenn man die ganze Nacht noch hinter dem Pult stehen muss, ist es keine gute Idee, sich schon beim Schleppen komplett zu verausgaben.
Nachdem wir einen Parkplatz gefunden haben, geht es an den Check im Saal. Wir erleben es immer wieder, dass Absprachen, die im Vorfeld mit der Location getroffen wurden, nicht eingehalten werden. Manchmal wird uns nur zwei Drittel der besprochenen Aufbaufläche zur Verfügung gestellt. Was nun? Durch das Verrücken von Tischen muss der Platz erst mühsam hergestellt werden. Wenn die Gäste gerade am Essen sind, müssen sie aufstehen, Tische werden verschoben, Gäste dürfen sich wieder setzen. Im Endeffekt ist die betroffene Gesellschaft jetzt schon vom DJ genervt – das hätte man schließlich auch vorher erledigen können.
Ist der Platz endlich da, muss das Equipment rein. Üblicherweise holen wir erst das gesamte Material in den Saal und bauen dann zusammen. Entsprechend voll gestellt sind kurzzeitig die Laufwege. Das Material wird beim Hereintragen schließlich nicht sofort millimetergenau dort platziert, wo die Anlage später steht. In der Folge ist auch das Servicepersonal genervt, weil die Kellner beim Servieren blockiert werden.
Währenddessen wird der Schwiegervater nervös, weil er sein Mikrofon für die sorgsam vorbereitete Rede braucht. Dass er dieses nutzen kann, liegt aber noch in weiter Ferne – erst einmal muss die Technik stehen und verkabelt sein. Beim weiteren Aufbau quetschen wir uns durch die Stuhlreihen, stapeln Kisten und erzeugen unvermeidbaren Lärm. Eine entspannte Atmosphäre sieht anders aus.
Steht die Anlage endlich am richtigen Platz, kommt meist schon der erste Gast, um Aktionen oder Programmpunkte zu besprechen. Er möchte uns einen USB-Stick geben und fragt nach einem Mikrofon. Als DJ hat man in diesem Moment aber nur einen Fokus: Die Anlage muss erst einmal betriebsbereit laufen, bevor Details besprochen werden können. Der Gast fühlt sich nicht sofort ernst genommen – und schon hat man den nächsten Punkt auf der Beliebtheitsskala verloren.
Irgendwann ist der Aufbau geschafft. Gemütlich wird es trotzdem nicht. Die Transportkisten müssen wieder durch die Reihen zurück zum weit entfernten Fahrzeug gebracht werden. Wieder im Saal angekommen, steht der Soundcheck an. Diesen kann man nicht in Zimmerlautstärke durchführen. Um zu erfassen, wie der Raum akustisch wirkt, ob die Lautsprecher optimal ausgerichtet sind und um den Frequenzgang anzupassen, muss die Anlage einmal aufgedreht werden – und zwar auf rund 80 bis 90 % der am Abend benötigten Maximallautstärke. Ein absoluter Stimmungskiller für die Ohren der Gäste, die noch nicht auf Party-Lautstärke eingestellt sind. Vor allem die älteren Generationen reagieren verärgert. Der folgende Mikrofoncheck wird dann fast schon als Kriegserklärung aufgefasst.
Wenn die Anlage steht und die Musik leise läuft, schlüpft der DJ erst einmal aus den Aufbauklamotten in den feinen Zwirn für den Abend. Raus aus dem verschwitzten Shirt, rein in das frische Hemd.
Das Fazit dieses Szenarios: Gäste genervt, Kellner genervt, Gastgeber wahrscheinlich auch genervt, weil sie von den Gästen bereits kritische Sprüche über den DJ gedrückt bekommen haben. Auch der DJ startet gestresst in den Abend. Ein optimaler Start in eine unvergessliche Party sieht anders aus.
Szenario 2: Wenn der DJ vor dem Eintreffen der Gäste aufbaut
Sehen wir uns die professionelle Alternative an – den Aufbau, bevor die Hochzeitsgesellschaft die Location betritt:
Der DJ kann direkt vor den Eingang des Saals fahren und entspannt ausladen. Er sieht sich in aller Ruhe im Saal um, ob alles passt. Sollte ein Tisch im Weg stehen, wird das direkt mit dem Personal geklärt, das zu 99 % sofort bereit ist, schnell und unkompliziert eine Lösung zu schaffen. Wir kollidieren beim Hereintragen des Equipments weder mit Gästen noch mit Servicekräften, und die Geräte stehen niemandem im Weg.
Nach dem Aufbau geben wir dem Personal kurz Bescheid, führen den Sound- und Mikrofoncheck in leerem Raum durch und starten direkt die angenehme Hintergrundmusik. Das Auto wird auf einen regulären Parkplatz gefahren und der DJ zieht sich um.
Wenn deine Gäste eintreffen, ist alles perfekt vorbereitet. Der DJ steht im feinen Zwirn am Pult und hat ab der ersten Sekunde ein offenes Ohr für Musikwünsche oder die Vorbereitung von Beiträgen. In kleinen Gesprächen am Rande erfährt er bereits vorab, was die Gäste musikalisch bewegt. Der Schwiegervater kann seine Rede jederzeit halten und wird technisch optimal unterstützt. Während des Essens bleibt es ruhig, und die Kellner können perfekt arbeiten.
Das Fazit: Alles läuft genau so entspannt, stilvoll und erfolgreich ab, wie man es sich für den schönsten Tag im Leben wünscht.
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